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„Geleitet von Gottes Kraft!“ – 43 km zu Fuß zum "Heiligen Blut"

Barbara Gabel, Rainer Blank und Alexander Hay für 25 Jahre Fußwallfahrt geehrt


Rund 120 Fußwallfahrtsgruppen aus Nah und Fern pilgerten zur diesjährigen Walldürner Wallfahrt in den Odenwald. Nach dem „Blutwunder von Walldürn“ 1330, begann man aus vielen Teilen Deutschlands an diesen Ort zu pilgern. Bis heute sind es jährlich etwa 100.000 Pilger. Die Hauptwallfahrtszeit fand vom 27. Mai bis zum 24. Juni statt. In diesen vier Wochen war der Heilig-Blut-Schrein geöffnet. Das Leitwort der diesjährigen Wallfahrt lautete: Suche Frieden und jage ihm nach" (Ps 34,15b).

Wie Perlen auf dem Rosenkranz sind die Dorfkirchen auf dem Weg der Fußwallfahrt. Sie geben den Pilgern eine Vertrautheit und Geborgenheit in der christlich geprägten Landschaft des Madonnenländles. Pilger lassen die Komfortzone hinter sich, dass Gott mit Ihnen in Kontakt treten kann. Hier ist jeder Waller gleich, ob Lehrer, Ingenieur oder einfacher Arbeiter.

Jeder hat einen eigenen Grund, warum er wallfahren geht. Viele haben das gleiche Ziel auf einer Wallfahrt, eine Auszeit zu genießen. Manchmal bringt aber auch der Weg das Ziel und die Anstrengungen öffnen den Geist. Die Pilger werfen nicht einfach eine Last von sich, nein sie bringen das was sie umtreibt dar, als eine Opfergabe zum Blutsaltar.


Die Wallfahrtstage für die Gruppe aus Löffelstelzen, geleitet vom Walldürner Wallfahrtsverein, begannen am Donnerstag den 21. Juni mit einer Pilgermesse. Pater Alois Weiß MCCJ sprach in seiner Begrüßung den Pilgern Mut und Vertrauen zu. „Wir dürfen sicher sein, dass Jesus uns in der Eucharistie gegenwärtig ist, uns begleitet und wir Pilger so Christusträger sind. Wir haben die Gnade die Wallfahrt mit Freude zu beginnen.“ So die Worte des Hauptzelebranten. Feierlich umrahmt wurde die Messe von den Wallfahrtsmusiker.


Am 23. Juni gingen die knapp 70 „Glaubenswanderer“ aus Löffelstelzen und Umgebung bei kühler Witterung um 2 Uhr bei Lobgesang und Gebet los, um vereint den Weg zur Basilika St. Georg in Walldürn zu erreichen.

Zügig erreichte die Pilgergruppe die Ortschaften Kupprichhausen und Gerichtstetten. Dort gab es, dank der Teilnahme der Diakone Bernhard Weiß und Michael Raditsch, bei der Ankunft Aussetzung mit Gebet und eucharistischen Segen.

Beten, singen, geistliche Impulse und Anregungen zum Gebetsleben im Alltag mit Kindern und mit dem Ehepartner wurde den Pilgern auf den weiteren Wegstrecken geboten.


Um halb eins erreichte die Pilgergruppe sehnsüchtig die Basilika zu Walldürn.

Der restliche Tag galt der Entspannung, dem Versorgen der körperlichen Wehwehchen, dem Innehalten am Blutsalter oder in Anbetung vor dem Allerheiligsten in der Franziskuskapelle. Zum Tagesabschluss fand in der Basilika ein Abendlob bei Musik, Gebet und Text statt.


Viele Pilger ließen den Tag beim Anschauen des WM Fußballspieles ausklingen.

Pilgeramt mit Ehrungen

Ein weiterer Höhepunkt der Fußwallfahrt war das am Sonntagmorgen um 6 Uhr stattfindende Pilgeramt. Pater Basil erläuterte in seiner Predigt dabei das Motto: „Suche Frieden und jage ihm nach“ aus dem Psalm 34. Er sprach über die drei Dimensionen des Friedens. „Der Friede mit Gott, der Friede mit dem Nächsten und der Friede mit einem selbst. Das Thema Frieden ist heute brandaktuell, nicht nur politisch sondern auch mitten unter uns Menschen. Salam, Schalom und Friede sei mit Dir, ohne Friede ist alles nichts und Jesus ist der Friedensstifter. Der Friede ist ein Geschenk, wenn wir den inneren Frieden haben und ihn leben, dann werden wir zum Friedensstifter. Der Psalm macht Hoffnung. Friede beginnt bei mir selbst, mich annehmen und den Frieden im Alltag weitergeben und leben. Jesus ist für uns am Kreuz gestorben und für uns hat er sein Blut vergossen. Mit dem Blut vergießen hat Gott seine Türe zu ihm geöffnet. Wir dürfen Vertrauen haben, dass Gott bei uns ist. Gott sorgt für mich wie es in dem bekannten Lied gesungen wird.“ so die Worte des Zelebranten.

Im Anschluss durfte Pater Josef Bregula Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter in Walldürn, Barbara Gabel, Rainer Blank und Alexander Hay für jeweils 25 Jahre Hl. Blut Wallfahrt ehren. Er sprach Ihnen Dank und Anerkennung aus und wünschte Ihnen noch weitere viele Jahre der Wallfahrt nach Walldürn. Im Anschluss erklang das Tantum Ergo und die Gruppe erhielt den Sakramentalen Abschlusssegen.

Nach dem Großbrand im letzten Jahr konnte das alljährliche Morgengebet wieder an der neu errichteten Mariengrotte begangen werden. Der Vorsitzende des Wallfahrtsvereins Thomas Tremmel begrüßte alle Pilger und freute sich, dass so viele den Weg nach Walldürn aufgemacht haben, um den Segen für sich, für Haus und Dorf mit nach Hause zu bringen.

Bischöflicher Pilgersegen

Bald stand schon wieder der Rückweg auf dem Programm. Über 100 Pilger begleitete die Gruppe bis zur Bahnbrücke an den Stadtrand. Kurz danach spendete Weihbischof Thomas M. Renz, der das Hochamt am Sonntag in Walldürn zelebrierte, der Pilgerschar den Pilgersegen und wünschte, Gottes Kraft und Segen für den Rückweg.

Nicht immer ging die Gruppe um Pilgerführer Ansgar Weiß in Gebet und Gesang den Weg, sondern auch in Stille und innerlicher Ruhe, welche im Alltag oft fehlt.

Nach der Stille durfte jeder Pilger seine Dankbarkeit am Mikrophon zum Ausdruck bringen. „Dankbar über die Organisation der Fußwallfahrt, dankbar über die Pilgermesse, dankbar über den Zusammenhalt und das Angenommen sein, fröhlich über die Pilgergemeinschaft und die Offenheit,…“ erklangen. „ Es gehen über 70 Gläubige zwischen 6 und 78 Jahren (!) durch den Wald und eine Stille und Ruhe war zu spüren, die heute in der stressigen hektischen Berufswelt nicht mehr vorhanden ist. Zeitdruck, Eile, allen gerecht zu werden bestimmen heute den Tagesablauf. Die Wallfahrt ist eine Gefühlssache, eine Herzensangelegenheit“, so ein Bericht eines Pilgers.


Dank der Teilnahme der Priester Pater Alois, Pater Basil und Dekan Skobowsky, konnte die Beichte, das Sakrament der Vergebung von einigen genutzt werden, die Last loswerden, um frei zu sein und den inneren Frieden zu bekommen.


Kniefall an der Hl. Blut Kapelle


Pünktlich um halb neun am Abend, erschöpft aber glücklich kamen alle am Ketterwald in Löffelstelzen an. Ganz viele Gemeindemitglieder, ehemalige Wallfahrer und Familienangehörige warteten an der Hl. Blut Kapelle und begrüßten die Pilger, die ihre Anliegen mitgenommen hatten. Dort fielen alle zu Ehren des Hl. Blutes auf die Knie und sangen das gleichnamige Lied. Anschließend zog man in den Gemeindesaal ein und Pater Alois Weiß erteilte den sakramentalen Segen.

Danach durfte die Vereinsführung des Wallfahrtsvereins Barbara Gabel, Alexander Hay und Rainer Blank für 25 Jahre Fußwallfahrt ehren. Allesamt sind fester Bestandteil der Fußwallfahrt und engagieren sich als Vorbeter oder Musikspieler in der Wallfahrtskapelle, so der Vorsitzende. Außerdem wurde Noah Tremmel, Clemens und Benedikt Baudenbacher (in Kuba) als Erst Waller beglückwünscht. Unter Beifall wurde den Jubilaren dem Jahre der Ehrungen entsprechend eine Blutskerze mit Urkunde überreicht. Zum Schluss ging der Dank an die Geistlichkeit, an die Musiker, an die Begleitfahrzeuglenker und an alle Wohltäter der Wallfahrt.

Im Anschluss daran ließen viele das gnadenreiche Wochenende in gemütlicher Runde ausklingen. Die nächste Fußwallfahrt findet vom 13. und 14. Juli 2019 statt.

MT




Fusswallfahrt 2018

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